Freiwillig Tätige blicken auf Lockdown zurück

Agathe Hochstrasser und Maya Murer
Agathe Hochstrasser und Maya Murer

Der Corona-Lockdown bedeutete auch für die freiwillig Tätigen im Sennhof eine Zwangspause. Agathe Hochstrasser und Maya Murer schildern, wie sie die Zeit erlebt haben.

Am 13.März 2020 begleitete ich einen Bewohner zum Arzt. Sorgfältige Händedesinfektion, Begrüssung ohne Handschlag, eine Maske trug ich nicht. Ganz wohl war es mir dabei nicht, was wäre, wenn ich Träger des Corona -Virus wäre?
Am 16. März teilte Astrid Bär mit, dass der Sennhof wegen der Pandemie vorläufig auf uns Freiwillige verzichten müsse. Die Kontakte zu den Bewohnern und den Mitarbeitern vermisste ich während dem Lockdown sehr. Dankbar war ich für Infos, die etwa einmal pro Monat geschickt wurden und immer die Mitteilung, dass kein Covid -19 -Fall im Heim aufgetreten ist.
Die zusätzlich freie Zeit, die ich hatte, nutzte ich, um in der näheren Umgebung zu wandern. So sah ich den Sennhof auch hin und wieder von aussen.
Agathe Hochstrasser

Obwohl bereits über den Corona-Virus gesprochen wurde, hat mich der Lockdown doch überrascht. Dass wir Senioren als Risikogruppe "Hausarrest" hatten empfand ich nicht als grosse Einschränkung, da meine Tochter sofort den Einkauf für alle Grosseltern übernahm. So hatte ich regelmässig Besuch – mit dem nötigen Abstand – zum Kaffee und plaudern.
Mit einigen Freunden hatte ich die ganze Zeit Kontakt, zum Laufen, Spiele machen oder einfach einen Kaffee trinken – immer mit der gebotenen Vorsicht. Täglich war ich zwei Stunden unterwegs, habe meine ganze Umgebung erwandert und mich an der Natur erfreut.
Was mir persönlich sehr gefallen hat war die Ruhe, sehr wenig Autolärm, freundliche Wanderer, die Rücksichtnahme aufeinander. Gefehlt haben mir meine Familie – Kaffeekränzchen höchstens am Küchenfenster – die Aktivitäten mit den Sennhof-Bewohnern und die Wandergruppe.
Es war auch eine Zeit der Besinnung über das Leben, was ist mir wichtig und was möchte ich ändern. Nicht alles ist einfach umzusetzen, Veränderungen sind manchmal auch schmerzhaft. Aber ich möchte meine restliche Lebenszeit ohne Stress und negative Einflüsse verbringen, jeden Tag herzhaft lachen können und den Mitmenschen ein Lächeln schenken.
Für mich war dieser Corona-Lockdown eine gute Zeit!
Maya Murer

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