Einführungswoche für Lernende

Einer der vielen bleibenden Eindrücke bei den Auszubildenden hinterliess  das Treffen mit Bewohnenden. Oft konnte der Wunsch nach einer Berufslehre nicht erfüllt werden! So war anstelle einer Lehre die Hilfe zu Hause gefragt oder die Lehre war aus finanziellen Gründen – man zahlte früher für die Lehre – nicht möglich. Oft galt auch: Wenn der Vater Beck war, musste auch der Sohn Beck werden.
Am Themen-Tag Pflege befassten sich die Lernenden dieses Bereichs mit spezifischen Themen: Beobachten und Wahrnehmen, Waschen und Kleiden. Sie konnten am Nachmittag gleich praktisch üben.
In spielerischer, lustvoller und doch ernsthafter Art und Weise führten Renata Muff (Leitung Pflege und Betreuung) und Christina Gygax (Leitung Aktivierung und Tagesstätte) in die Thematik Demenz ein. Anhand von Rollenspielen zeigten sie den Auszubildenden verschiedene Verhaltensarten von Menschen mit Demenz auf und wie man sich in solchen Situationen möglichst adäquat verhalten kann und sollte.  
 
Schafmatt
Ein Tag mit Übernachtung verbrachten die Jugendlichen mit Begleitung in der Naturfreunde-Hütte auf der Schafmatt. In der schönen Juralandschaft war nicht etwa das gross „Chillen“ angesagt, im Gegenteil! Die neuen Lernenden setzten sich intensiv mit den beiden Seelsorgern Margrith Muoth und Ruedi Schmid sowie dem Heimleiter Urs Schenker mit dem Thema Leben, Sterben und Tod auseinander. Die grosse Bedeutung der seelsorgerischen Dienstleistungen für die Bewohnenden wurde den Auszubildenden auch anhand eines „durchgespielten“ Gottesdienstes aufgezeigt. Intensiv wurde auch über die alltäglichen Erfahrungen und Auseinandersetzungen mit sterbenden Bewohnenden, aber auch Ängste und Unsicherheiten mit der Frage zum Tod besprochen und diskutiert. Der Film über die 14 Jährige Wenke, welche an einem Hirntumor verstarb, löste verständlicherweise grosse Betroffenheit und Emotionen aus. Erstaunlich, welche tiefgründigen Erfahrungen, Beobachtungen und Ansichten zu diesem nicht einfachen Thema seitens der Auszubildenden in grosser Offenheit angesprochen wurden. Spannend, welche Strategien Jugendliche im Umgang mit solchen anspruchsvollen Situationen sich schon angeeignet haben. Es zeigte sich, dass die Betreuer von den Jugendlichen sehr viel lernen können.  
 
Sternwarte als Highlight
Der Besuch der Sternwarte Schafmatt fügte sich nahtlos an die vorher besprochene  Thematik an. Zwar war der Blick in die Unendlichkeit wegen Nebel und Regen verwehrt, doch die beiden Referenten zogen mit ihren Ausführungen zu Sternen, Planeten und Kometen die Zuhörenden in den Bann. Wer wusste schon, dass der Weltraum 154 Milliarden Jahre alt ist. Ein spezieller, bei nahe ehrfürchtiger Moment war, als ein Gesteinsbrocken aus der Entstehungszeit von Hand zu Hand gereicht werden konnte. Eindrücklich zeigten die Referenten uns die Endlichkeit, auch von uns auf.  
 
Kompetente Referenten
Dass die heutigen Jugendlichen gelernt haben, vor Publikum zu referieren, bewiesen die vorgetragenen Rückschauen auf die Einführungswoche. Gekonnt präsentierten sie die toll gestalteten Plakate vor ihren Eltern und Mitarbeitenden. Nebst der Vorbereitung der Präsentation wurde der Freitag auch genutzt, um gemeinsam in der Küche einen Apéro als Schlusspunkt der Einführungswoche zu organisieren.

 

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